Schutzartprüfung

Was versteht man unter IP-Schutzartprüfungen?

Die Abkürzung IP steht für International Protection (engl.: internationaler Schutz). IP-Schutzartprüfungen zeigen, wie geschützt die verbauten Komponenten Ihrer Produkte durch ein Gehäuse vor verschiedenen Umwelteinflüssen wie Staub oder Wasser sind. Des Weiteren lassen sich durch IP-Prüfungen auch der Berührungs- und der Fremdkörperschutz feststellen. In unserem Schutzartlabor verfügen wir über eine Vielzahl von modernen Anlagen, um alle gängigen Schutzgrade für Gehäuse, Elektromotoren und Automobilteile zu prüfen. Zusätzlich bieten wir Ihnen auch Prüfungen für den Militärbereich und die zivile Luftfahrt an.

 

Wasserprüfstand mit Schwenkbügelanlage

Was bedeuten die Kennziffern?

Die erste Kennziffer beschreibt den Schutzgrad gegen den Zugang zu gefährlichen Teilen und gegen feste Fremdkörper. Um den Zugangsschutz zu überprüfen, kommen verschiedene Sonden zum Einsatz. Diese sollen zum Beispiel den Zugang zu gefährlichen Teilen mit einem Finger oder Werkzeugen simulieren. Weiterhin beschreibt die erste Kennziffer den Schutz vor festen Fremdkörper wie z. B. Staub. Je höher die erste Kennziffer ist, desto mehr Schutz bietet Ihr Gehäuse gegen den Zugang von ungewollten Umwelteinflüssen.

Die zweite Kennziffer deklariert den Schutz eines Gehäuses gegen Wasser. Hierbei kommen verschiedene Wassermengen und Druckstärken zum Einsatz. Diese simulieren verschiedene Bedingungen, wie z. B. Regen, Strahlwasser, Tauchen oder die Reinigung eines Gehäuses mit einem Dampfstrahlreinigungsgerät. Bei dem Schutzgrad gegen Wasser werden die Kennziffern in Gruppen eingeteilt. So schließt die Kennziffer 6 alle niedrigen Kennziffern mit ein, weshalb diese nicht separat geprüft werden müssen. Die zweite Gruppe mit den Kennziffern 7 und 8 beschreibt, welchen Schutz ein Gehäuse gegen zeitweiliges oder dauerhaftes Untertauchen in Wasser hat. Die letzte Gruppe der Wasserkennziffern gibt an, welchen Schutz ein Gehäuse gegen eine Hochdruckreinigungsprüfung mit hohen Temperaturen hat.

 

 

Aufschlüsselung des IP-Codes

Schutzgradbeispiel: IP 6 5

IPCode-Buchstaben
(International Protection)
6Erste Kennziffer
(Ziffern 0 bis 6)
5Zweite Kennziffer
(Ziffern 0 bis 9 bzw. 9K)

Definition der Kennziffern

Erste KennzifferKurzbeschreibungDefinition
0Kein Schutz-
1Schutz gegen feste Fremdkörper Ø 50 mm und größerDie Sonde Ø 50 mm darf nicht vollständig in das Gehäuse eindringen.
2Schutz gegen feste Fremdkörper Ø 12,5 mm und größerDie Sonde Ø 12,5 mm darf nicht vollständig in das Gehäuse eindringen.
3Schutz gegen feste Fremdkörper Ø 2,5 mm und größerDie Sonde Ø 2,5 mm darf überhaupt nicht in das Gehäuse eindringen.
4Schutz gegen feste Fremdkörper Ø 1,0 mm und größerDie Sonde Ø 1,0 mm darf überhaupt nicht in das Gehäuse eindringen.
5 (K)StaubgeschütztDas Eindringen von Staub wird nicht vollständig verhindert, jedoch darf die ordnungsgemäße Funktion und Sicherheit des Gerätes nicht beeinträchtigt werden.
6 (K)StaubdichtEs darf kein Staub in das Gehäuse eindringen.

 

Zweite KennzifferKurzbeschreibungDefinition
0Kein Schutz-
1Schutz gegen TropfwasserSenkrecht fallende Tropfen dürfen keine schädliche Wirkung haben.
2Schutz gegen Tropfwasser bei einer Gehäuseneigung von 15°Senkrecht fallende Tropfen dürfen keine schädliche Wirkung haben, wenn das Gehäuse um 15° geneigt ist.
3Schutz gegen SprühwasserWasser, das aus einem Winkel von bis zu 60° gesprüht wird, darf keine schädliche Wirkung haben.
4 (K)Schutz gegen SpritzwasserWasser, das auch jeder Richtung auf das Gehäuse gespritzt wird, darf keine schädliche Wirkung haben
5Schutz gegen StrahlwasserStrahlwasser, das aus jeder Richtung gegen das Gehäuse gerichtet wird, darf keine schädliche Wirkung haben.
6 (K)Schutz gegen starkes StrahlwasserStarkes Strahlwasser, das aus jeder Richtung gegen das Gehäuse gerichtet wird, darf keine schädliche Wirkung haben.
7Schutz gegen zeitweiliges UntertauchenWasser darf bei einer genormten Tiefe und Dauer nicht in solcher Menge in das Gehäuse eindringen, dass es eine schädliche Wirkung hat.
8Schutz gegen dauerndes UntertauchenWasser darf bei einer andauernden Prüfung nicht in solcher Menge in das Gehäuse eindringen, dass es eine schädliche Wirkung hat (die Prüfbedingungen müssen schwieriger sein als bei Kennziffer 7)
9 (K)Schutz gegen Hochdruck und hohe WassertemperaturenWasser, das mit hohem Druck und hohen Temperaturen aus allen Richtungen gegen das Gehäuse gerichtet wird, darf keine schädliche Wirkung haben.

 

Prüfungen für die Luftfahrt und den Militärbereich

In unserem Schutzartlabor verfügen wir außerdem über Anlagen und Stäube, mit denen wir die höchsten Anforderungen an Gehäuse überprüfen können. In unserem Labor wird so die abrasive Wirkung durch stark verwirbelten Staub auf Ihre Komponenten und Gehäuse überprüft. Auch die Kombination aus Wasser und Wind lässt sich in unserem Labor simulieren.

Welche Vorteile haben IP-Schutzartprüfungen?

Durch das Know-how unserer Ingenieure und unsere modernen Anlagen können wir alle gängigen Schutzgrade, wie z. B. IP65, prüfen. Auch Sonderprüfungen im Bereich von Schutzarten sind bei uns möglich. Unsere Anlagen mit einem Volumen von mehr als 50 m³ und einer Bodenbelastung von bis zu drei Tonnen sorgen dafür, dass wir an Prüfmustern mit einer Höhe von bis zu drei Metern eventuelle Schwachstellen feststellen und beseitigen können. Durch diese frühzeitige Kontrolle lassen sich Produktionskosten senken und Imageschäden durch Produkthaftung verhindern. Nicht zuletzt verschaffen Sie sich durch unsere akkreditierten Prüfberichte auch Vorteile gegenüber Mitbewerbern.


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