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Schadgasprüfung im Fokus: Ringversuch als Grundlage für verlässliche Prüfergebnisse
Die Qualität und Vergleichbarkeit von Prüfergebnissen sind zentrale Voraussetzungen für verlässliche Aussagen in der Umweltsimulation. Insbesondere in der Schadgasprüfung, bei der Materialien und elektronische Komponenten unter korrosiven Atmosphären getestet werden, spielt die Reproduzierbarkeit der Ergebnisse eine entscheidende Rolle.
Vor diesem Hintergrund hat RST einen eigenen Ring- bzw. Laborvergleichsversuch initiiert und organisiert. Ziel war es, die Leistungsfähigkeit von Prüflaboren im Bereich der Schadgasprüfung systematisch zu überprüfen und gleichzeitig die Vergleichbarkeit der Prüfergebnisse zu erhöhen. Ein solcher Nachweis ist auch im Rahmen der DIN EN ISO 17025 gefordert, um die Qualität und Kompetenz von Prüflaboren sicherzustellen.
Da es für den Bereich der Schadgasprüfung bislang keinen offiziellen Anbieter für Ringversuche gibt, wurde der Vergleichsversuch von RST eigenständig konzipiert und umgesetzt. Insgesamt nahmen 12 Prüflabore teil. Gemeinsam mit einer neu formierten Arbeitsgruppe wurde daran gearbeitet, die Korrosivität und Reproduzierbarkeit der Prüfatmosphären gemäß DIN EN 60068-2-60 zu validieren.
Versuchsaufbau und Methodik
Grundlage des Ringversuchs war die Korrosionsprüfung mit strömenden Mischgasen gemäß DIN EN 60068-2-60:2016-06 (Prüfung Ke). Ziel dieser Prüfung ist es, die Auswirkungen korrosiver Gase auf Materialien und Bauteile unter definierten Bedingungen zu untersuchen.
Zur Bewertung der Korrosivität der jeweiligen Prüfatmosphäre wurden standardisierte Korrosivitätsindikatoren eingesetzt. Hierbei kamen OFHC-Kupferplättchen gemäß ISO 431 zum Einsatz, die eine vergleichbare und reproduzierbare Bewertung der Korrosionswirkung ermöglichen. Durch den Vergleich der Ergebnisse aus den verschiedenen Laboren konnten Rückschlüsse auf die Messgenauigkeit, die Prozessstabilität und die Vergleichbarkeit der Prüfbedingungen gezogen werden.
Der Ringversuch leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Qualitätssicherung in der Schadgasprüfung und unterstützt Labore dabei, ihre Prüfprozesse weiter zu optimieren und Akkreditierungsanforderungen zuverlässig zu erfüllen.
Von der Vergleichbarkeit zur Anwendung: Prüfung von LED-Leuchtstreifen für den Bahnverkehr
Die Erkenntnisse aus dem Ringversuch fließen unmittelbar in die praktische Prüftätigkeit ein. Ein aktuelles Beispiel ist die Untersuchung von LED-Leuchtstreifen für den Bahnverkehr der TSL-ESCHA GmbH.
Im Rahmen einer Schadgasprüfung nach DIN EN 60068-2-60 werden die LED-Stripes in einer kontrollierten Prüfkammer einer definierten korrosiven Gasatmosphäre ausgesetzt. Ziel ist es, das Verhalten der Produkte unter realistischen Umgebungsbedingungen zu analysieren und mögliche Schwachstellen frühzeitig zu identifizieren.
Im Fokus der Untersuchung stehen insbesondere:
- die Beständigkeit der eingesetzten Materialien gegenüber korrosiven Einflüssen
- das Verhalten von Lötstellen und elektrischen Kontakten
- die Zuverlässigkeit elektronischer Baugruppen unter anspruchsvollen Umgebungsbedingungen
Solche Umweltsimulationsprüfungen sind ein wesentlicher Bestandteil der Qualitätssicherung. Sie ermöglichen es, potenzielle Ausfallmechanismen frühzeitig zu erkennen und die Produkte gezielt weiterzuentwickeln. Gerade im Bahnverkehr, wo Komponenten langfristig unter teilweise extremen Umweltbedingungen eingesetzt werden, ist die Zuverlässigkeit der eingesetzten Systeme von entscheidender Bedeutung.
Fazit
Mit der Initiierung des Ringversuchs im Bereich der Schadgasprüfung leistet RST einen wichtigen Beitrag zur Sicherstellung von Qualität und Vergleichbarkeit in der Prüftechnik. Gleichzeitig zeigt das aktuelle Praxisbeispiel, wie diese Grundlagenarbeit direkt in konkrete Anwendungen überführt wird und damit die Entwicklung robuster und zuverlässiger Produkte unterstützt.